Johannes Richter hat in dieser Spielzeit sein persönliches Triple geholt, da er mit den Brose Baskets Bamberg im Frühjahr Pokalsieger und kürzlich auch deutscher Meister wurde. Wir sind sehr sotlz darauf dass Johannes heuer Gastcoach sein wird. Hier der Bericht der BAYERN BASKET aus dem Juni 2012:

NBBL: TSV Breitengüßbach feiert in Hagen die deutsche Meisterschaft

Es war ein gutes Wochenende, um Geschichte zu schreiben. Sonntag, 20. Mai, 15.30 Uhr: Das Meisterstück des TSV Breitengüßbach in der NBBL ist perfekt. Mit einem 79:65-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven beim Top4-Turnier in Hagen haben sich die Oberfranken die Krone aufgesetzt und ernten den Ruhm, für den sie die gesamte Saison hart gearbeitet haben. Nach einem holprigen Start in der Gruppenphase ist die Mannschaft der beiden Trainer Ulf Schabacker und Thomas Lorber immer besser in Fahrt gekommen. Im Achtelfinale hatte Speyer das Nachsehen, im Viertelfinale das hochfavorisierte Team aus Jena, im Halbfinale der Vorjahresmeister Urspring und im Finale eben Bremerhaven. Wer solche Kaliber aus dem Weg räumt, steht zu recht ganz oben. Bessere Mischung als im Vorjahr Weshalb es heuer den entscheidenden Tick besser geklappt hat als in der Vorsaison, weiß Coach Schabacker – der den TSV auch in der Vorsaison ins Finale geführt hat – am besten. „Im Vorjahr konnten wir unser Potenzial überhaupt nicht abrufen, da Schlüsselspieler wie beispielsweise Philipp Neumann völlig verkrampft waren und das ganze Team übermotiviert und nicht entschlossen genug gespielt hat“, erklärt der 55-Jährige. Aus diesen Fehlern scheinen seine Jungs gelernt zu haben. „Wir hatten in dieser Runde eine bessere Mischung aus Häuptlingen und Indianern“, sagt Schabacker. „Gerade die Indianer waren sehr effektiv. Es hat einfach alles gepasst. Ein Team, das elf Minuten vor dem Ende des Halbfinales einen 17-Punkte-Rückstand aufholt und noch gewinnt, kann nur verdient als deutscher Meister betitelt werden.“ In der Tat hatten die Oberfranken eine Menge Moral bewiesen. Im Semifinale gegen den vierfachen Meister Team Alba Urspring deutete bei den genannten 17 Punkten Rückstand Vieles auf das Ausscheiden hin. Doch die Güßbacher waren letztlich hungriger auf den Titel als die Klosterschüler. Zu tief saß der Stachel der – wenngleich verdienten – Niederlage im vergangenen Jahr. Im vierten Viertel drehten vor allem Center Johannes Richter, Alex Engel, Philipp Daubner und Dino Dizdarevic auf. Die Aufholjagd machte sich letztlich bezahlt – 68:64 für Breitengüßbach. Variable Verteidigung ein Trumpf Das Endspiel war zwar anfangs ein offener Schlagabtausch, doch der TSV machte gegen die Norddeutschen alles richtig. Der Vorsprung war während der gesamten Partie deutlich und Bazoumana Kante, mit 16 Punkten der gefährlichste Akteur der Eisbären, hatte zur Halbzeit bereits drei Fouls kassiert. Am 79:65-Erfolg gab es am Ende nichts zu rütteln. „Ich glaube, wir waren einfach mal dran“, sagt TSV-Abteilungsleiterin Astrid Madinger. Obwohl fünf TSV-ler mitten in den Abiturprüfungen steckten, haben laut Übungsleiter Schabacker alle zwölf Spieler voll mitgezogen und somit eine gewisse Siegermentalität entwickelt. „Auch unsere variablen Verteidigungsarten haben uns beim Top4-Turnier sehr geholfen.“

Und wer intensiv trainiert und daraufhin erfolgreich spielt, der darf auch ordentlich feiern. Daher hat es nicht lange gedauert, bis jeder Güßbacher realisiert hatte, was das Team in dieser Saison eigentlich geleistet hat. „Die Jungs wurden gleich von ihren Eltern beziehungsweise von Freunden und Freundinnen beglückwünscht und gefeiert. Viele sind nach Hagen gefahren, in der Hoffnung, dass es mit dem Titel klappt. Die SMS-Postfächer auf sämtlichen Handys waren ebenfalls voll“, erzählt Schabacker, der mächtig stolz auf seine Schützlinge ist. „Als verantwortlicher Trainer zusammen mit Thomas Lorber mit einem Leistungsteam deutscher Meister zu werden, hat natürlich einen besonderen Stellenwert in meinem Basketballleben“, betont er. „Stolz bin ich, dass wir es geschafft haben, die ‚Nürnberger’ an uns zu binden, die älteren Güßbacher aus den Jahrgängen 93 und 94 weiter zu begeistern und dass sich die 95er bestens in die Truppe integriert haben.“ Bürgermeister organisiert Meisterfeier Die Meisterparty stieg im Übrigen gleich nach der Heimfahrt im Vereinslokal in Breitengüßbach. Dort warteten bereits rund 100 Gäste auf die Spieler, um die Nacht zum Tag werden zu lassen. Organisiert hatte die Feier mit Feuerwerk kein Geringerer als Breitengüßbachs Bürgermeister Reiner Hoffmann, der sogar mit nach Hagen gereist war. Zum Top4 wollen die Oberfranken im nächsten Jahr erneut, dieses Ziel hat die Truppe bereits ausgegeben. Altersbedingt werden Tobias Schönhammer, Felix Griebel, Alex Engel und Johannes Richter ausscheiden. Richter hat in dieser Spielzeit sogar sein persönliches Triple geholt, da er mit den Brose Baskets Bamberg im Frühjahr Pokalsieger und kürzlich auch deutscher Meister wurde (siehe umfangreiche Berichterstattung über die Brose Baskets). In die Fußstapfen dieser vier Spieler treten die Korbjäger, die aus der JBBL ausscheiden. „Es kommen einige interessante Spieler, die in ihrem ersten Jahr ähnlich wie Chris Wolf, Dino Dizdarevic und Terry Thomas heuer ihren Weg in der NBBL gehen werden. Da bin ich optimistisch“, kündigt Schabacker an, der mit Lorber auch in der Saison 2012/2013 den TSV trainieren wird. „Wir wissen schon jetzt, dass wir dann die Gehetzten sind, werden aber gut damit umgehen.“

Quelle: BAYERN BASKET AUsgabe 6/2012